Seit 1866 Tischlerei Weise, vormals Tischlerei Lohse

1835

Die Tischlerei Weise kann auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Der Ur-Ur-Ur-Großvater des jetzigen Geschäftsführers Karsten Weise, der Tischlermeister Gottlob Friedrich Lohse, siedelte sich ca. 1835 in Rottluff an. Er kaufte den damaligen Gasthof, der gegenüber der jetzigen Tischlerei war. Dort richtete er sich eine kleine Werkstatt ein. Das jetzige Wohnhaus der Tischlerei war früher die Scheune, die zum Gasthof gehörte. Diese wurde später von seinem Sohn Hermann Julius Lohse als Wohnhaus ausgebaut und in deren Untergeschoss die jetzige Tischlerei eingerichtet.

1866

Am 01.09.1866 erfolgte die Gründung der Tischlerei Hermann Lohse. Durch Qualitätsarbeit wurde die Firma in der Umgegend bekannt. Die wachsende Auftragslage erforderte die ständige Erweiterung und den Ausbau der Firma. Um 1880 erfolgte der Anbau des Seitengebäudes, in dem Maschinen-und Werkräume eingerichtet wurden. Um diese Zeit ist z.B. auch die damalige Rottluffer Schule erbaut worden, zu der die Tischlerei Türen und Bänke lieferte.

1904

Als am 14.11.1904 Hermann Julius Lohse starb, übernahm sein Sohn Hermann Paul Lohse das Geschäft. Ein angrenzendes Grundstück wurde erworben und darauf 1909 ein großer Lagerschuppen aus Holz errichtet. Die hauptsächlichsten Aufträge zu damaliger Zeit waren, bedingt durch den Aufbau der Stadt, die Herstellung und der Einbau von Fenstern und Türen. Es waren zeitweise bis zu 22 Arbeiter beschäftigt.

1938

Am 02.11.1938 starb Hermann Paul Lohse. Nach seinem Tod führte seine Ehefrau Agnes Paula Lohse die Tischlerei mit Hilfe eines Meisters bis 1948 weiter, da kein männlicher Nachkomme vorhanden war. Leider war es dann nicht mehr möglich das Geschäft in dieser Weise weiterzuführen, woraufhin es an Helmut Berger verpachtet wurde.

1958

Am 01.04.1958 übernahm dann der Enkel Paul Lohses, Reinhard Weise, die sanierungsbedürftige Tischlerei. Nach schwerem Anfang, nur mit Hilfe seiner Ehefrau, Hannelore Weise, begann er den Betrieb wieder aufzubauen, was zu DDR-Zeiten sehr schwer war. Es fehlte an allem, angefangen von Material bis hin zu gebrauchsfähigen Maschinen.
Reinhard Weise hat sich sehr um die Weiterführung und Tradition des Handwerkes bemüht, deshalb bildete er selbst Lehrlinge aus und engagierte sich im Prüfungsausschuss der Handwerkskammer. Nach und nach etablierte sich die Firma, die unter dem Namen Paul Lohse, Inh. Reinhard Weise eingetragen war.

In den 80-er Jahren konnten durchschnittlich 8 Mitarbeiter beschäftigt werden. In dieser Zeit verlagerte sich das Leistungsspektrum des Betriebes hauptsächlich in Richtung Ladenbau, Apothekenbau und individuellem Möbelbau.

1990

1990 ist der Betrieb in Tischlerei Weise umbenannt worden. Durch die Umstellung in der Wendezeit und den dadurch notwendigen Sanierungsbedarf an vielen Gebäuden der Region verlagerte sich der Schwerpunkt der Leistungen wieder mehr auf die Bautischlerei. So wurden denkmalsgerechte Fenster und Türen z.Bsp. für das Chemnitzer Rathaus und das Amtsgericht Freiberg hergestellt und eingebaut.

1993

Die beiden Söhne von Reinhard Weise, Michael und Karsten, arbeiteten nach ihrer Lehrzeit, die sie in anderen Meisterbetrieben absolviert hatten, im elterlichen Betrieb mit und legten ihre Meisterprüfung ab. Im Jahre 1993 erfolgte die Umwandlung der Einzelfirma in eine GmbH, um die Söhne, die später die Firma übernehmen wollten, als Teilhaber einzusetzen. Sie übernahmen dann ab 01.01.1997 die Geschäftsleitung.

2002

Im Jahr 2002 wurde nach fast 100 jähriger Nutzung der hölzerne Lagerschuppen abgerissen und dafür eine neue, modern eingerichtete Produktion- und Lagerhalle errichtet. Die Anzahl der Beschäftigten wechselte je nach Auftragslage. Zur Zeit arbeiten in der Tischlerei Weise GmbH 2 Meister, 2 Gesellen, 2 Lehrlinge und 2 Büroangestellte. Die Ausbildung von Lehrlingen hat in der Firma auch weiterhin einen hohen Stellenwert.

So wurden seit 1958 ca. 25 Lehrlinge ausgebildet und zum großen Teil auch von der Firma übernommen. Das Leistungsspektrum unseres Betriebes reicht vom individuellen Möbelbau, z.Bsp. Einzelmöbel sowie passgenauen Schrankeinbauten, über Ladenbau, Büromöbel, Sondermöbel z.Bsp. Informations- und Empfangstresen in DAStietz, Volkshochschule oder Kundencenter Stadtwerke Chemnitz, bis hin zur Lieferung von Türen und Fenstern in unterschiedlichen Ausführungen.

Trotz des langen Bestehens der Firma ist die Tischlerei heute ein modern ausgestatteter Betrieb, mit neuesten Maschinen bis hin zum CNC-Bearbeitungszentrum. Dadurch können vielseitige Kundenwünsche realisiert werden.